GS Wehberg
GS Wehberg

II. Schwerpunkte erzieherischer und unterrichtlicher Arbeit

1. Vorbemerkung

Ein Schulprogramm kann nicht all das verschriftlichen, was im Unterricht geleistet wird oder angestrebt werden soll. Das Unterrichtsgeschehen ist zu komplex und vielgestaltig und hängt von unzähligen Faktoren ab, so dass sich eine Auflistung erübrigt. Die Bandbreite umfasst u.a. den Fächerkanon, die methodischen und didaktischen Fragen, den Bereich der Erziehung und soziokulturelle Gegebenheiten.

Wir haben uns auf Schwerpunkte unserer Arbeit am Wehberg beschränkt.

Bei diesen Schwerpunkten handelt es sich um Akzentuierungen, um Bereiche, die wir aufgrund der derzeitigen Lebensumwelt der Kinder für äußerst wichtig halten, um Grundschulkinder sowohl auf die Lebenswirklichkeit als auch auf einen mitmenschlichen Umgang untereinander vorzubereiten. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir sicherlich nicht alle nachfolgend  genannten Ziele erreichen können und Veränderungen manchmal unumgänglich sind, wenn die Situation/das schulische Umfeld dies erforderlich machen. Ein ständiger Prozess der Reflexion und Evaluation ist für die Qualitätssicherung des Unterrichts eine notwendige Aufgabe.

                                              

2. Offene Ganztagsschule

Seit dem 1. 8. 2004 ist die GS Wehberg „Offene Ganztagsgrundschule“. Träger

des offenen Ganztagsangebotes ist der Stadtverband Lüdenscheid des CVJM.

Die überwiegende Durchführung der nachmittäglichen Angebote findet in der  Jugendfreizeitstätte Audrey`s statt.

Auf Grundlage des pädagogischen Rahmenkonzepts der Schule umfasst das

Förderangebot im Nachmittagsbereich folgende Angebote, die – bis auf den

musischen Bereich- verbindlich sind:             

Unterstützung bei den Hausaufgaben: In Kleingruppen und nach Klassenstufen aufgeteilt, wird den Kindern Hilfestellung gegeben und die Qualität

ihrer Arbeiten kontrolliert. Der Personaleinsatz ist hierbei sehr hoch, um den Kindern möglichst individuell helfen zu können.

Beratung und Unterstützung bei der Behebung von Lerndefiziten: Gerade

bei der Hausaufgabenhilfe und –kontrolle wird oft deutlich, welche Kinder

Probleme in bestimmten Lernbereichen haben. Durch eine ständige

Rücksprache mit den Klassenlehrer/innen der Schule wird gemeinsam

versucht, die festgestellten Defizite abzubauen. Außerdem bieten 6

Kollegen/innen im Nachmittagsbereich Fördermaßnahmen in Deutsch und

Mathematik an.

Verbesserung der sprachlichen Kompetenzen: Seit September 2005 werden

aufgrund einer unterstützenden Maßnahme der Stadt Lüdenscheid zusätzlich

Sprachunterricht für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte und Maßnahmen zur

Förderung der Lesekompetenz angeboten -

(Förderung der mündlichen Kommunikation,

Lesen/Verstehen/Wiedergeben von Texten und Geschichten, Umgehen mit

Regeln/Training von grammatikalischen Formen).

Verbesserung der sozialen Kompetenzen: Da die Ganztagskinder jeden Tag

bis 16.00 Uhr in der Schule verbleiben, werden vielfältige Formen des

sozialen Miteinanders trainiert (beim Mittagessen, bei der Hausaufgabenge-

staltung, bei den Förder- und Freizeitangeboten u.a.m.). Ein ständiger Kontakt

mit den Lehrer/innen der Schule und manchmal auch mit dem Jugendamt ist

unbedingt erforderlich, um eine förderliche Atmosphäre zu schaffen. Hierbei

ist die Schule auf die Mithilfe der Eltern angewiesen.

Ergänzende Angebote im musischen und sportlichen Bereich:

Tanzprojekte,

Sport in Kooperation mit der TSG Wehberg,

Kunstprojekte, gefördert durch das Landesprogramm „Kultur und Schule“ .

Das Personal für den Ganztagsbereich besteht aus sieben pädagogisch qualifizierten und ausgebildeten Betreuerinnen. Mit dem Kollegium der Schule und der Schulleitung besteht ein intensiver und ständiger Austausch. Es ist zu hoffen, dass über die zur Zeit dem Ganztag zur Verfügung gestellten 6 Lehrerstunden zukünftig mehr

Möglichkeiten geschaffen werden, um eine noch engere Verzahnung zu

gewährleisten.

Weitere Ausführungen können im Ganztagskonzept der GS Wehberg

nachgelesen werden. (siehe Anlage)

 

 

3. Neue Schuleingangsphase

Das Konzept der GS Wehberg zur Schuleingangsphase wurde am 27. Januar

2005 vorgestellt und von der Schulkonferenz beschlossen. Ausführliche Informationen können in der Anlage nachgelesen werden. Im vorliegenden Schulprogramm werden nur die wichtigsten Aspekte dargestellt.

- Zusammenarbeit zwischen Schule, Kindergarten und Eltern: Zwischen der GS Wehberg und den Kindergärten im Schulbezirk besteht ein regelmäßiger Erfahrungs- und Informationsaustausch (gegenseitige Hospitationen, Teilnahme an Elternabenden). Etwa 2-3 Wochen vor den Sommerferien besuchen die zukünftigen Schulanfänger die Schule und lernen ihre Klasse und  ihre/n Klassenlehrer/in kennen.

 

- Anmeldeverfahren: Im Rahmen der Eingangsüberprüfung im November machen sich Vertreter der Schule (Schulleitung, Lehrer/innen) ein Bild von der Schulfähigkeit des Kindes. Dabei werden die wesentlichen  Bereiche (Grob- und Feinmotorik, Sinneswahrnehmung, Mengenerfassung, Sprache, Verhalten) erfasst. Entwicklungsverzögerungen  können dadurch festgestellt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden, Therapiemöglichkeiten können angeboten werden, die vor der Einschulung genutzt werden sollen.

- Fortschreibung der Förder- und Entwicklungspläne in der Schuleingangsphase:   In  2 SchiLf-Maßnahmen hat sich das Kollegium der GS Wehberg mit Diagnoseverfahren und der Erstellung von Förderplänen befasst. Dabei wurde deutlich, dass noch viele Erfahrungen gesammelt werden müssen, um detaillierte Konzepte zu entwickeln. Weitere Fortbildungsmaßnahmen sind erforderlich, um entsprechende Fördermaßnahmen den unterschiedlichen Lernentwicklungen anzupassen. Die Lüdenscheider Grundschulen haben Formen der Überprüfung von Lernfortschritten entwickelt, die eine zielgerichtete weitere Planung und Durchführung von Fördermaßnahmen ermöglichen. Dies geschieht anhand von Werkstätten, bei denen die Lernleistungen der Kinder in Deutsch und Mathematik überprüft werden sollen (Jahrgangsstufe 1: 17 Wochen nach Schulbeginn eine Überprüfung der mathematischen Fähigkeiten sowie der Sprach- und  Lesefähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder und nach 32 Wochen eine Sommerwerkstatt; Jahrgangsstufe 2: eine Herbst- und Frühlingswerkstatt).

Durch die Einrichtung eines Förder- und Wahrnehmungsraumes, in dem die vielfältigen Arbeitsmaterialien nach Förderschwerpunkten (siehe Diagnosewerkstatt) sortiert sind, können gezielt Fördermöglichkeiten angewandt werden. Im Rahmen von personellen Ressourcen werden Fördermaßnahmen fach- und lernspezifisch klassenintern oder auch klassenübergreifend angeboten.

Seit dem Jahr 2009 werden die Klassenlehrer/innen im ersten Schulbesuchsjahr durch eine sozialpädagogische Fachkraft unterstützt, die Kinder mit mangelnder Schulfähigkeit gezielt fördert

- Unterrichtsorganisation und Unterrichtsgestaltung: In den vorherigen und nachfolgenden Kapiteln wurde bzw. wird vieles über diesen Bereich genannt, so dass sich weitere Ausführungen erübrigen, zumal sie in den vorliegenden Konzepten nachgelesen werden können.

Die Schulkonferenz der GS Wehberg hat sich nach gründlicher Beratung (Beschluss vom 27. 1. 2005) dafür entschieden, den Unterricht in jahrgangsbezogenen Gruppen fortzuführen. Für Teilbereiche sollen jahrgangsübergreifende Förderprojekte (Deutsch und Mathematik) erprobt werden (2. Halbjahr 05/06). Dieses gilt auch für die Fachbereiche Kunst und Sport, soweit personelle Möglichkeiten und Stundenplangestaltung dies zulassen.

 

 

4. Ermutigende Erziehung – Gewaltprävention und -intervention

 

Über

 „...Gewalt an Schulen wird viel geredet.

 Wer was ändern will, muss etwas tun.

 Angesichts der viel diskutierten Gewaltproblematik

mehren sich die Anzeichen einer allgemein

drohenden Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen“

(Märk. Kreis: Mut tut gut – vertragen und nicht schlagen.

 Informationsblatt für Eltern. 1998.).

 

Auch in der GS Wehberg werden Lehrer und Schüler immer wieder mit verbaler und körperlicher Gewalt konfrontiert. Die veränderten Lebenswelten der Kinder stoßen in der Grundschule aufeinander und führen im Alltag häufig zu Konflikten, die zunehmend gewaltsam gelöst werden. Das Fehlen verlässlicher familiärer oder familienähnlicher Beziehungen zu Erwachsenen und Gleichaltrigen belastet die Kinder oft zu sehr. Daneben lässt sich bei den Heranwachsenden vermehrt ein Mangel an verbindlichen Normen und allgemeingültigen Werten feststellen.

Der erhöhte Konsum von Computerspielen und der damit einhergehende Realitätsverlust bei vielen Kindern lässt die Gewaltbereitschaft und das Aggressionspotential bei vielen Kindern ansteigen.

 

Grundprinzipien zur Gewaltprävention und -intervention

Aufgrund der allgemeinen Situation, wie sie oben beschrieben ist, sollten folgende Grundprinzipien  - die im weiteren noch einmal genauer erläutert werden - auch in der Grundschule gelten, um der Gewalt vorzubeugen:

-           Nicht wegsehen, sondern handeln

-           Ein einheitliches Vorgehen des gesamten Kollegiums gegen Gewalt

-           Zusammenarbeit mit den Eltern

 

Was tut die Schule, um Gewalt vorzubeugen?

Es gibt einige Maßnahmen und Lerninhalte, die an der GS Wehberg durchgeführt werden und die helfen die Gewalt auf dem Pausenhof und im Klassenraum zu minimieren.

Besonders hervorzuheben sind hier zwei Projekte, die vorrangig in den höheren Jahrgängen durchgeführt und von außerschulischen pädagogisch qualifizierten Kräften geleitet werden.

Bei dem Konzept „Mein Körper gehört mir“, das für die dritten und vierten Jahrgänge gedacht ist und von der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück durchgeführt wird, steht die Thematik „Sexueller Missbrauch –wie verhalte ich mich richtig?“ im Vordergrund. Durch kollektive Konversationen und handlungsorientierte Rollenspiele wird das Selbstwertgefühl der Schüler gestärkt und die Kinder erfahren, dass es wichtig und richtig ist, in bestimmten Situationen auch einmal nein zu sagen und sich zu wehren.

Bei dem zweiten Projekt“ Mut tut gut“ –Vertragen und nicht Schlagen“, das vom Jugendamt des Märkischen Kreises unterstützt wird und ebenfalls für Dritt- und Viertklässler bestimmt ist, geht es vor Allem um ein angemessenes Verhalten bei Konflikten und Problemen. Wiederum Rollenspiele, Geschichten und Filme zum Thema Aggressionen, Sinnesübungen sowie gemeinsame Gespräche tragen dazu bei, bei den Kindern Formen der Wertschätzung wie Respekt, Großzügigkeit, Freundlichkeit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft (gegenüber den Mitmenschen) anzubahnen bzw. aufzubauen. Die Schüler lernen bestimmte Situationen nicht sofort als Bedrohung oder als einen körperlichen/verbalen Angriff zu deuten bzw. sich in bestimmten Situationen zurückzuhalten, die als Bedrohung wahrgenommen werden und dabei neu erlernte Möglichkeiten der Auseinandersetzung einzusetzen.

 

Auch wenn in den letzten vier Jahren aus verschiedenen Gründen nicht das Seminar des Märkischen Kreises mit den Kindern besucht wurde, so finden doch die pädagogischen Ansätze aus diesem im Unterrichtsalltag Anwendung. So werden Rollenspiele durchgeführt, die den Kindern helfen, ihre eigenen Wünsche und Gefühlslagen bewusster wahrzunehmen und sich auch in die der Mitschüler hineinzuversetzen. Sie lernen verschiedene Lösungsstrategien bei Problemen zu finden sowie bei der Suche nach Konfliktlösungen mit ihren Gegenspielern sachlich und konstruktiv umzugehen.

In den vergangenen beiden Schuljahren bildete das Lehrerkollegium der GS Wehberg sich zusätzlich zum Thema Streitschlichtung/Mediation fort um noch weitere Möglichkeiten kennen zu lernen, die Schülerinnen und Schüler zu einem friedlichen Miteinander erziehen zu können.

Daraus resultiert als wichtigstes Werkzeug mit Allgemeingültigkeit für die ganze Schule die „Stopp-Regel“.

Es ist allen Schülern und Schülerinnen klar, dass die Stopp-Regel bei Beleidigung, körperlicher Gewalt, Wegnehmen von Eigentum Anderer  oder bei Verfolgung auf dem Schulgelände, im Schulgebäude und in der Sporthalle angewendet werden kann. Dazu machen sie ein vereinbartes Handzeichen, sagen laut „Stopp“, beschreiben und erklären in deutlichen Worten welcher Regelverstoß sie gerade geärgert hat bzw. was sie nicht möchten. Bei wiederholtem Regelverstoß soll das betroffene Kind eine zweites und drittes Mal laut „Stopp“ rufen und dabei das vereinbarte Zeichen wiederholen. Erst wenn es auch beim dritten Mal zu keiner Verhaltensänderung kommt, wird ein Lehrer zu Hilfe gerufen.

Falls der Streit in der Pause aufgetreten ist, gibt es die Möglichkeit, ihn mit einer Aufsichtsperson zu besprechen. Nimmt die Klärung mehr Zeit in Anspruch, kann sie in die Frühstückspause verschoben werden. Diese wurde durch einen Konferenzbeschluss extra hinter die Hofpause gelegt, um Raum für solche Konfliktklärungsgespräche zu haben, ohne dass Unterrichtszeit verloren geht.

Ziel des „Stopp-Trainings“ ist, dass Kinder Nein sagen lernen, sich abgrenzen können, und dass sie formulieren können, was sie ärgert, verletzt, kränkt, stört bzw. wütend macht.

Im Sinne einer gemeinsamen konsequenten Erziehung helfen an der GS Wehberg oft Gespräche mit den Eltern das soziale Verhalten bei deren Kindern zu verbessern, die Schwierigkeiten haben sich an Regeln zu halten. Bei Kindern, die nur schwer in der Lage sind aggressionsfrei mit anderen Kindern umzugehen und störungsfrei im Unterricht zu lernen, arbeiten die Kolleginnen und Kollegen – in Zusammenarbeit mit den Eltern – oft mit außerschulischen Fachkräften zusammen (Kinderklinik und deren Beratungsstelle, Schulpsychologischer Dienst, Jugendamt u.s.w.)

Die Grundlage jeder Gewaltprävention und –intervention ist das Einüben einer Gesprächskultur, bei der die Schüler und Schülerinnen im Klassenunterricht lernen die Gesprächsregeln einzuhalten, einander zuzuhören/ die anderen aussprechen zu lassen und die eigene Meinung verbal und sachlich kund zu tun.

Nur so können Konflikte angemessen und für die Kinder nachvollziehbar geklärt werden. Voraussetzung für solch eine Gesprächskultur ist das konsequente Einhalten von Gesprächsregeln, die an der GS Wehberg zu Beginn einer jeden ersten Klasse mit den Kindern erarbeitet, eingeführt und mit Symbolen visualisiert bzw. auf Plakaten verschriftlicht und im Klassenraum aufgehängt werden.

 

Fazit:

Die aufgeführten Maßnahmen, die an der GS Wehberg zur Gewaltprävention und –intervention ergriffen werden, zeigen sichtbare Erfolge und Ergebnisse. So ist bei fast allen Grundschülern und –schülerinnen in der Regel kein oder ein äußerst geringes Aggressionspotential erkennbar. Mittlerweile werden nur noch wenige Konflikte in der Pause gewaltsam ausgetragen – vielmehr versuchen die Schülerinnen und Schüler ihre Probleme eigenständig mit Worten zu klären oder holen sich in wenigen Situationen Hilfe bei einer Aufsichtslehrkraft. Auch bei Sportspielen sowie im Klassenraum müssen nur wenige Konflikte von oder mit den Lehrern gelöst werden.

 

5. Bewegtes Lernen - Sport und Bewegung

Zunehmend können wir beobachten, dass die Kinder ungelenker werden, weniger Körperbeherrschung und Geschicklichkeit im Vergleich zu früher besitzen.

Dadurch nimmt die Unfallhäufigkeit zu, eventuelle Stürze verlaufen weniger glimpflich.

Welche Gründe liegen diesen Beobachtungen zugrunde?

In der Freizeit bewegen sich unsere Kinder bewegen nicht mehr genug – vielmehr sind sie täglich vor dem Computer oder dem Fernseher zu finden. Es fehlen vielfach natürliche Spielräume, die Anreiz zum selbstbestimmten Spielen draußen in der Natur geben. Dies hat zur Folge, dass viele Kinder nicht nur übergewichtig sind oder andere gesundheitliche Probleme haben, sondern auch, dass viele dieser Kinder aufgrund des genannten Bewegungsmangels nicht mehr ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen können und somit bei diesen eine starke motorische Unruhe im Unterricht zu beobachten ist: Diese Schüler  sind häufig nicht in der Lage ruhig und konzentriert an einer Aufgabe längerfristig zu arbeiten und stören dabei zusätzlich noch die anderen Kinder.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten um diesem Bewegungsmangel entgegenzusteuern. Es seien hier einige erwähnt, die in der GS Wehberg zu finden sind:

 

a)  Schulgelände

-  Auf dem Schulhof befinden sich Spielgeräte (Reckstangen, Klettergerüste) und Hüpfkästchen;

- Hinzu kommt eine Tischtennisplatte, die vor allem von den Kindern der 3. und 4. Klassen intensiv genutzt wird;

- Es gibt einen schuleigenen Bolzplatz, der bei gutem Wetter für Fußball benutzt werden kann; der Bolzplatz wurde im Rahmen der Einrichtung der offenen Ganztagsgrundschule vollständig renoviert, so dass auch leichtathletische Aktivitäten (Laufen, Springen, Werfen) möglich sind;

- Seit 2012 bereichert ein Funbasketballkorb den Schulhof;

- Im Pavillon 1 befindet sich seit Kurzem eine Spieleausleihe, die in den Pausen von Kindern der vierten Klassen verwaltet wird und unterschiedliche Geschicklichkeitsspielzeuge bereithält;

- Der hintere Teil des Schulhofes ist durch eine Spielfeldeinteilung für Tennis und ähnliche Spiele geeignet; die Wiese kann bei gutem Wetter mit einbezogen werden;

- Im Sportunterricht können von Kindern, Sport- und Klassenlehrern vorgeschlagene Spiele, die für die Pausen geeignet sind, ausprobiert werden.

 

In den Klassenräumen:

Während des Unterrichts werden kurze Unterbrechungen durch kleine Bewegungsspiele eingebaut. Die Häufigkeit solcher Unterbrechungen hängt vom Alter der Kinder, von der individuellen Zusammensetzung der Klasse sowie situationsgebundener Bedingungen ab.

Die vorhandenen Bewegungs- und Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof und in den Klassenräumen werden wo immer möglich ausgeweitet und durch neue Anschaffungen oder die Umsetzung neuer Ideen ergänzt.

Außerdem müssen die vorhandenen Spielgeräte in gutem Zustand sein, aufgemalte Kästchen und Spielfelder nach Bedarf aufgefrischt werden.

In der Klasse verfolgen wir das Ziel, Konzentration zu stärken und dem Bewegungsdrang der Kinder entgegenzukommen, indem wir mit möglichst geringem Materialaufwand vielfältige Bewegungsmöglichkeiten schaffen.

 

6. Leseförderung

 

a) Theoretische Vorbemerkungen                          

 

An dem Tag, da die Fantasie des Kindes keine Bilder mehr zu schaffen vermag, wird die Menschheit arm. Alles Große, das in der Welt vollbracht wurde, spielte sich zuerst in der Fantasie eines Menschen ab, und wie die Welt morgen aussehen wird, hängt zum großen Teil vom Maß der Einbildungskraft jener ab, die heute lesen lernen. Deshalb brauchen Kinder Bücher.

           Astrid Lindgren

 

 

 

 

Lesen nimmt im menschlichen Leben eine Schlüsselfunktion ein. Der Zugang zu den Medien, der kritische Umgang mit ihnen, die Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben erschließt sich wesentlich durch Lesen. Außerdem trägt Lesen entscheidend zur Entwicklung der Persönlichkeit bei, indem es Fantasie und Intellekt schult.

Heutzutage gibt es ein Überangebot  an elektronischen Medien, die oftmals, besonders im Spiel- und Unterhaltungsbereich, fertige Bilder und Bildsequenzen vorgeben. Dadurch verarmt die individuelle Vorstellungskraft, und eine eigene Fantasie kann sich nur bedingt entwickeln und entfalten.

Durch das Lesen von Büchern entstehen eigene Bilder im Kopf. Lesen hilft bei der Verarbeitung fremder und eigener Erfahrungen. Verknüpfendes Denken wird ebenso gefördert wie eine distanziert-kritische Betrachtungsweise. Somit muss Lesen als Basis der Persönlichkeitsentwicklung angesehen werden.

Die Lesehaltung der Kinder wird entscheidend und nachhaltig vom Elternhaus geprägt. Neben der Familie hat die Schule die Aufgabe, den Kindern eine positive Grundhaltung gegenüber dem Lesen zu vermitteln. Der Grundschule kommt dabei die Aufgabe zu, die Fundamente dafür zu legen, Lesefreude zu wecken und zu fördern.

Die Entwicklung einer positiven Lesehaltung ist  ein besonderer Aufgabenbereich der Grundschule.                                                                 

Die Auswahl des angebotenen Lesematerials orientiert sich an dem spezifisch-individuellen Standort des Kindes  ( Interessen, soziales Umfeld, Intellekt ). Um positive Erfahrungen im Umgang mit Büchern anzubahnen und die Kinder ‘bei der Stange zu halten’, sind einige grundlegende Gesichtspunkte zu beachten :

Gerade Leseanfänger brauchen ständige Hilfestellungen, Ermutigungen und Vorbilder. Möglichkeiten des Gedankenaustausches über das Gelesene müssen geschaffen werden.

Nur in Zusammenarbeit aller Beteiligten  ( Kinder, Eltern und Lehrer ) kann eine Schule erreichen, dass Lesemotivation aufgebaut und nachhaltig gefestigt wird.

Schule muss Gelegenheit schaffen, um dem Lesestoff in einer passenden Atmosphäre zu begegnen.

 

b) Möglichkeiten unserer Schule, um das zuvor Gesagte zu konkretisieren :

 Schulbücherei

Früher hatte unsere Schule Klassenbüchereien. Einheitlich stellte das Kollegium fest, dass diese von den Schüler/innen nicht mehr im wünschenswerten Maße genutzt wurden und die Ausleihzahlen stark zurückgingen. Zuerst wurde eine zentrale Bücherei in dem Medienraum eingerichtet, was sich aber nur als Notbehelf erwies.  Durch die Umwandlung der GS Wehberg in eine offene Ganztagsgrundschule gab es die Möglichkeit,  in einem frei gewordenen Klassenraum des Pavillons eine  Schülerbücherei zu installieren. Hier können die Kinder einfach nur schmökern, aber auch Bücher ausleihen.

Durch die ansprechende Einrichtung (Bücherregale, Sofaecke, Sitzkissen, Teppiche, Büchertrog) wurde ein neuer, lesefördernder äußerer Rahmen geschaffen.

Die Klassenlehrer nutzen die Bücherei regelmäßig im Unterricht  (1-2 Mal pro Woche), um ihren Schülern die Möglichkeit zu geben, Bücher für Freiarbeitsphasen, aber auch für das Lesen zu Hause auszuleihen. Somit kann hiermit den individuellen Interessen und Bedürfnissen der Kinder entsprochen werden, da die Schulbücherei eine umfassende und aktuelle Auswahl von Büchern für alle Alters- und Lerngruppen bietet.

Oft geschieht diese Ausleihe in Zusammenarbeit  mit  freiwilligen Eltern, mit denen die Schüler in Ruhe und ohne Zeitdruck in Kleingruppen Bücher ansehen, durchschauen und auswählen können. Diese Eltern sind es unter anderem, die für den aufgeräumten, sortierten und ordentlichen Zustand der Bücherei verantwortlich sind.

Besuch der Stadtbücherei:

Im 2.Schuljahr besuchen wir mit den Kindern die Lüdenscheider Stadtbücherei, um uns vor Ort von einer Fachkraft informieren und in die Ausleihbedingungen einweisen zu lassen. Da es sich um einen angemeldeten, organisierten Besuch handelt, bekommen die Schüler gleich beim ersten Besuch die Gelegenheit, Bücher auszuleihen. So lernen sie das umfangreiche Angebot kennen und können die Bücherei als einen Ort des Lesens auch in ihrer Freizeit nutzen, um dort in Ruhe zu ‘schmökern’ oder aber um das monatlich wechselnde Nachmittagsprogramm mit unterschiedlichen Aktivitäten zu nutzen.

Autorenlesung:

Seit einigen Jahren bieten wir in unserer Schule immer wieder Autorenlesungen an. Diese Tradition soll weitergeführt werden, um auf diesem Wege das Interesse der Kinder zu wecken, sich mit den Büchern des jeweiligen Autors zu beschäftigen. Durch den direkten Kontakt zu dem Schriftsteller bzw. der Schriftstellerin wird er / sie als Mensch erfahrbar und Distanz abgebaut. Über die Gespräche zwischen Schülern und Autor wird ein Gedankenaustausch angebahnt, der eine direkte Rückkoppelung über das Gelesene ermöglicht. Der Autor kann in diesem Rahmen durchaus eine Vorbildfunktion erlangen. Neue Lesemotivation kann auf diesem Wege initiiert werden. Zudem gestattet die Auswahl der Autoren in qualitativer Hinsicht auch eine Mitsprachemöglichkeit über die Bücherinhalte.

 

Lesen im Klassenzimmer:

Unter der Berücksichtigung der Schulstufe, der Klassenzusammensetzung und den räumlichen Gegebenheiten versucht jeder Lehrer, in seiner Klasse positive Leseanreize zu schaffen. Das können zum Beispiel Leseecken, Lesewände, selbstverfasste Schülertexte, Sachtexte, Lieblingsbücher, Zeitschriften, Rätsel ... sein.

Auch das Vorlesen durch den Lehrer ist ein elementarer Bestandteil des Deutschunterrichtes und zur Leseförderung unerlässlich. Vorgelesen werden Kinderbücher, Textbilderbücher, kleine Geschichten, Geschichten zur Weihnachtszeit u.a.m.

 

Leseförderung im Klassenzimmer:

Von den vielfältigen methodischen Möglichkeiten, die an unserer Schule eingesetzt werden, wird im Folgenden eine kleine Auswahl vorgestellt:

  • Arbeit an der Anlauttabelle
  • Leserollen
  • Leseuhr
  • Lesekarten zum sinnerfassenden Lesen
  • Lesepuzzles
  • Lesedomino
  • Logico
  • LÜK-Programme
  • Ganzschriften lesen
  •  Lieblingsbücher lesen und vorstellen
  • Texte und Bücher selbst ver- fassen und vorlesen
  • Sachinformationen zu Projekten heraussuchen und entnehmen ....

 

Leseförderung sollte fächerübergreifend gestaltet werden. Sachunterricht, Musik und Kunst/Textilgestaltung eignen sich dafür in besonderem Maße.

Der Einsatz von Lesehelfern, d.h. die Aktivierung von Lese-’Müttern’ oder Lese-Òmas` oder aber die Unterstützung durch gute Leser aus anderen Klassen unterstützt  zudem den Leselernprozess eines jeden Kindes.

Seitdem wir internetfähige Schülerrechner haben, gehört in jeder Klasse auch das Lesen mit „Antolin“ ins Programm, von etlichen Kindern regelmäßig genutzt wird.

 

Evaluation: Schulbücherei, Lesekompetenz

Die Arbeit, die Klassenbüchereien zu einer gemeinsamen Schulbücherei in einem separaten Raum umzustellen, hat sich gelohnt:

Durch eine kindgerechtere Präsentation der Bücher können sich die Schüler schnell und gut orientieren. Die Bücher sind nach Themen und Leseniveaus geordnet und entsprechend gekennzeichnet. Besonders  interessante Bücher werden in den Regalen mit der Titelseite nach vorn angeboten. Auch ein Durchstöbern des Büchertroges hilft einigen Kindern bei der Auswahl eines geeigneten Buches.

Die gemütliche Ausstattung des Raumes (Sofaecke, Teppich, Sitzkissen, Gruppentische mit Tischdecken, Fensterdekoration) trägt dazu bei, dass die Kinder sich gerne in der Bücherei aufhalten und zum Lesen angeregt werden. Durch diese Gestaltung bietet/bot sich der Raum auch gut für Aktionen wie z.B. Autorenlesungen und der Besuch einer Märchenerzählerin an.

 

Eindeutig festzustellen ist, dass die Zahl der ausgeliehenen Bücher seit Einrichtung der zentralen Schulbücherei im Frühjahr 2005 stark angestiegen ist. Der Austausch der Kinder untereinander über interessante Bücher ist ebenfalls gewachsen. Durch das regelmäßige Ausleihen/Lesen von Büchern konnte nach unserer Meinung eine Verbesserung der Lesefertigkeit bei vielen Kindern festgestellt werden. Wir sind uns darüber bewusst, dass  es weiterhin dringend notwendig ist, die Lesekompetenz der Kinder zu verbessern, weil dies eine unabdingbare Voraussetzung für einen erfolgreichen Schulbesuch ist.  Dies ist aber eine Aufgabe aller  Bereiche des Unterrichts.

 

7. Förderkonzept der GS Wehberg für Schüler/innen mit Zuwanderungsgeschichte

 

Die GS Wehberg hat sich bei ihrem Förderkonzept für eine kleinschrittige Arbeitsweise entschieden. Dies bietet den Vorteil der Erreichbarkeit der Ziele und  einer besseren und rascheren Kontrollmöglichkeit.

Eingebettet in die Ziele Wortschatzerweiterung, Erzählen und Aufbau einer richtigen Satzstruktur sind weitere Schwerpunkte das richtige Bestimmen von Artikeln sowie das Schreiben passender Präpositionen in Sätzen.  

Übungen sollen zunächst im thematisch eingegrenzten Wortfeld stattfinden und Analogien dazu gebildet werden. Themenschwerpunkte sind zunächst Schule und Klasse, das heißt, Gegenstände, aber auch Personen und Aktivitäten werden korrekt benannt und  mit den richtigen Artikeln und Präpositionen versehen. Vorgegebene Satzmuster  helfen bei der Beschreibung der Aktivitäten, z.B. Ich schreibe ...(Wen oder Was), Ich schreibe...(Wem), Ich male... u.s.w.

Die für die Arbeit benötigten Materialien sind:

 -          DAZ Boxen

 -          Spectra Kästen

 -          Poster

 

 

Hier finden Sie uns

Grundschule Wehberg
Im Olpendahl 10a
58507 Lüdenscheid

Kontakt

Telefon: 02351 - 9543990
E-Mail: info@gs-wehberg.de


 

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